Wintersaison 2011/2012 auf der Murg eröffnet

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Letztes Wochenende war es wieder soweit. Nach monatelanger Trockenheit und entsprechenden Minuspegeln im Schwarzwald kam der ersehnte Regen der den Murgpegel auf ein fahrbares Niveau brachte.

So konnten wir das Mountainbike gegen die geliebte Paddelmontur tauschen und brachen frühmorgens in Richtung Kraftwerk Forbach auf. Wir haben uns mit unseren Freunden aus Karlsruhe und Zürich verabredet, einzig die Darmstädter Fraktion muss nachwuchsbedingt passen.

Auf der Fahrt waren natürlich die zu erwartenden Wasserstände Thema Nummer eins, denn die Murg ist vollständig kraftwerksreguliert. Für den schwereren Abschnitt, die mittlere Murg, ist der Zufluß aus Schönmünzach und Schwarzenberg höher als 24 cm/s, was uns auf eine Befahrung hoffen lässt. Allerdings hinken die Pegel hinterher, so das man vor Ort immer selbst den aktuellen Wasserstand abschätzen muß. Der war durch den Wehrüberlauf am Kirschbaumwasen tatsächlich auf der besseren Seite von niedrig und wir booteten sofort mit einem Alpinstart ein. Die mittlere Murg entpuppte sich bei unserem Wasserstand als schöner technischer Bach und wir geniessen den Slalom zwischen den Felsblöcken. Wenn bloss die kalten Finger nicht immer wären...

Nach 10 km mündet die mittlere Murg in den Stausee am Kraftwerk Forbach. Auf den letzten Metern merke ich dann doch, das mir das regelmäßige Slalomtraining auf dem See fehlt, die Arme fühlen sich schon ganz schön schlapp an. Aber keine Ausflüchte, der untere Murgabschnitt will noch abgeritten werden, und wer rastet friert fest. Also nix wie die 25 kg Boot schultern und um die unbefahrbare Talsperre herumochsen, das bevorstehende Stückchen Murg motiviert. Die untere Murg gibt sich dann vom Charakter her eher wuchtig, doch die großen Löcher und Walzen kommen erst bei höheren Wasserständen als unseren 120 cm  vom Pegel in Rothenfels aus dem Sommerschlaf. Einzig der Holzmannkatarakt gegen Ende der Strecke fordert noch einmal einen langen Hals um rechtzeitig einer Riesenmurmel in der Bachmitte auszuweichen.

 

Wit beschließen diesen schönen Winterauftakt bei einer heißen Schoggi im "Ochsen". Dieses Wochenende soll der Pegel höher steigen. Ich werde hinfahren, selbst wenn mein neuer Trockenanzug immer noch nicht da ist. Vielleicht geht ja dann ja auch einer der Seitenbäche...

ps: wer Lust hat mitzufahren kann sich gerne anschliessen. Allerdings muss beim Winterpaddeln umso mehr auf gute Wärmeisolation und wasserdichte Ausrüstung geachtet werden. Dress for water, not for air gilt hier nochmals verstärkt. Schwimmen will man bei den Wasser-und Lufttemperaturen wirklich nicht, also ab ins Hallenbad und die Rolle perfektionieren:)

(Befahrung vom 10.12.2011)